
CITY
Strukturen und Facetten
Fotografie
Das Leben und die Strukturen der Stadt in all ihren Facetten einzufangen ist das Ziel. Neben Architektur und urbanen Räumen rücken auch die kleinen Dinge in meinen Blick: ein verlassenes Fahrrad, abgenutzte Straßenschilder, Spiegelungen in Pfützen, die rauen Texturen von Mauern oder Schatten, die sich über den Asphalt legen.
Für mich ist die Stadt nicht nur eine funktionale Umgebung, sondern ein Geflecht aus Formen, Materialien und Geschichten. Jedes Detail – ob groß oder unscheinbar – wird Teil eines ästhetischen Zusammenhangs, in dem Geometrie, Licht und Oberfläche die Hauptrolle spielen.
So entsteht ein Bild der Stadt, das zwischen Dokumentation und Interpretation pendelt: präzise in seiner Beobachtung und zugleich offen für poetische Lesarten. City ist für mich weniger ein direktes Abbild des Urbanen, sondern eine visuelle Erkundung jener Dinge, die den Rhythmus und die Atmosphäre des städtischen Lebens prägen.

ART IN ART
Das erste FINE ART HIRSCHL Kunstwerk – aufgenommen 2015
Vor mir liegt ein kleiner, farbenfroher Tisch, der wirkt, als sei er direkt aus einem Traummarkt entsprungen. Die Oberfläche ist in kräftigem Violett bemalt, übersät mit Bildern, die wie Kindheitserinnerungen wirken: naive, leuchtende Szenen von Häusern, Blumen und Menschen, gemalt in klaren, fast comicartigen Linien.
Zwischen diesen Bildern stehen kleine handgefertigte Segelboote aus Holz und Stoff, ihre Takelagen fein verspannt, als wären sie bereit, in ein winziges Meer zu stechen. Rechts lehnt ein Tuch, darauf eine fröhliche Giraffe unter einer strahlenden Sonne – „FRIEND OF TROGIR“ steht darunter, als Einladung zu Freundschaft und Leichtigkeit.

Colored House
Fotografie – aufgenommen 2015
Zwei Hauswände stehen nebeneinander wie zwei Stimmen in einem Gespräch – links ein sattes Rosa, rechts ein sonniges Gelb, getrennt nur durch ein schmales Fallrohr aus Metall. Die Farben strahlen wie frisch aufgetragen, und doch verraten kleine Risse und abblätternde Stellen, dass hier die Zeit mitgemalt hat.
Das linke Fenster trägt grüne Holzläden, einer angelehnt, der andere geschlossen – eine kleine rote Tasche hängt an einer Schnur herab, als stille Botschaft, die auf ihre Entgegennahme wartet. Rechts öffnen sich hellblaue Fensterläden, einladend und doch schützend, dahinter eine zarte Andeutung von Grün aus einem Blumenkasten.
Der Künstler in mir sieht hier eine Komposition wie aus einem mediterranen Traum: kräftige Grundfarben im Dialog, Linien und Kanten als Taktgeber, kleine menschliche Spuren, die den Raum beleben. Es ist eine Momentaufnahme, bei der man fast das Zwitschern in den engen Gassen und das Klirren von Kaffeetassen hören kann.

Abendlicht über der Moldau
Fotografie – aufgenommen 2024
Dieses Bild zeigt die historische Kulisse von Prag im sanften Licht des Sonnenuntergangs. Im Zentrum erhebt sich das Nationaltheater mit seiner markanten Kuppel, eingerahmt von klassizistischen und barocken Fassaden.
Die lange Belichtungszeit verwandelt die Moldau in eine spiegelglatte Fläche, die wie ein ruhiges Gegengewicht zur geschäftigen Stadt wirkt. Die warme Farbigkeit des Himmels betont die Harmonie zwischen Architektur und Natur und verleiht der Szene eine fast zeitlose Ruhe.

Prager Spiegelung
Fotografie – aufgenommen 2015
Eine Pfütze auf dem Asphalt wird in dieser Fotografie zum unerwarteten Spiegel. Sie verdoppelt das Bild der reich verzierten Fassade und macht die Szene surreal, beinahe traumartig.
Während die Autos und Laternenpfähle die Gegenwart markieren, scheint die gespiegelte Architektur aus einer anderen Zeit zu stammen. Das Schwarz-Weiß betont die grafische Strenge der Komposition und lenkt den Blick auf die Symmetrie zwischen Realität und Reflexion – ein urbanes Stillleben voller Poesie.

House of Croatia
Fotografie – aufgenommen 2016
Das Bild zeigt den Blick eines Träumers, der mit dem Rücken im Schatten einer Gasse steht und den Kopf in den Himmel reckt. Vor ihm ragt eine steinerne Fassade auf – grob behauene, warme Kalksteinquader, gealtert vom Salz, vom Wind, von unzähligen Sommern.
Vier Fenster mit verblassten grünen Holzläden durchbrechen das gleichmäßige Muster der Wand. Manche geschlossen wie Augen im Schlaf, andere vielleicht nur halb geöffnet, bereit, ein Stück Geschichte hinaus zu lassen. Oben schließt das Dach mit einer Reihe alter Terrakotta-Ziegel ab, dahinter das weiche Blau des Himmels – eine ruhige Fläche, die den Blick über die vertikale Strenge hinausführt.
Aus der Perspektive des Künstlers ist dies ein Spiel aus Linien, Flächen und Texturen: der grobe Stein gegen den glatten Himmel, das matte Grün der Läden gegen das rostige Rot des Dachs. Es wirkt wie ein stilles Porträt eines Hauses, das schon viele Generationen hat vorbeigehen sehen – und immer noch in die Sonne blinzelt.

Focus
Fotografie – aufgenommen 2016
Das Bild ist wie ein leises Gedicht in Schwarz-Weiß – eine Komposition aus Linien, Unschärfe und Andeutungen. Im Vordergrund ragt der kantige Rand einer steinernen Mauer ins Bild, scharf gezeichnet, seine Maserung und Gebrauchsspuren wie die Falten eines alten Gesichts.
Dahinter verschwimmt die Welt: breite Stufen, Mauern, vage Silhouetten von Menschen – alles in weichem Fokus, als wären es Erinnerungen, die langsam verblassen. Das Auge ruht am Rand der Mauer, wandert dann vorsichtig in die Ferne, tastet die Unschärfe ab und ahnt Geschichten, die sich jenseits der klaren Linie abspielen.
Aus der Sicht eines Künstlers ist dies kein Foto von Treppen oder Steinen, sondern ein Spiel mit Tiefe und Wahrnehmung: der klare Schnitt der Gegenwart gegen das traumartige Rauschen der Vergangenheit.

Aufstieg zur Piazza
Fotografie – aufgenommen 2017
Die Fotografie eröffnet mit einer klaren, geometrischen Komposition: eine Rampe aus gleichmäßig verlegten Steinplatten, eingefasst von einem Geländer und einer massiven Steinmauer, führt den Blick in die Tiefe.
Der Bildaufbau erzeugt eine lineare Strenge, die zugleich Ruhe und Konzentration vermittelt. Am Ende der Rampe erscheint eine Häuserzeile, deren Fassaden zwischen Renovierung und Verfall changieren.
Der Raum selbst wird zum zentralen Motiv – kein belebter Platz, sondern ein Übergang, ein Moment des Dazwischen. Das Fehlen menschlicher Präsenz betont die architektonische Ordnung und öffnet den Blick für Strukturen, Texturen und das stille Narrativ urbaner Räume.

Schmale Passage
Fotografie – aufgenommen 2017
Die Gasse, eng und beinahe klaustrophobisch, wird von hohen Mauern eingefasst, die Spuren der Zeit tragen: Abplatzungen, Übermalungen, improvisierte Kabelverläufe.
Die Vertikalität der Häuser betont die Enge des Raums, während die Fluchtlinie den Blick in die Ferne zieht, wo Licht und ein Hauch von Weite zu erahnen sind. Die Fotografie lebt von diesem Spannungsverhältnis zwischen Verdichtung und Öffnung.
Das scheinbar Banale – Klimageräte, Stromleitungen, Balkone – tritt hier in den Vordergrund und wird zum eigentlichen Bildthema. So erscheint die Passage nicht nur als Durchgang, sondern als verdichtete Collage urbaner Spuren, die von Alltag, Improvisation und gelebtem Raum erzählen.

Treppen zur Fassade
Fotografie – aufgenommen 2017
Die streng frontale Ansicht einer Kirche erhebt sich über eine breite Steintreppe, die wie eine Bühne den Zugang zur Architektur inszeniert.
Die Symmetrie der Fassade, mit ihren klaren Proportionen und der zentralen Rosette, vermittelt Stabilität und Ausgewogenheit. Zugleich tritt im Hintergrund die Landschaft mit ihren markanten Bergen ins Bild, wodurch Architektur und Natur in einen Dialog treten.
Das Schwarz-Weiß der Fotografie verstärkt den Kontrast zwischen Himmel, Stein und Vegetation und verleiht der Szene eine zeitlose, fast monumentale Strahlkraft. Die Treppe fungiert als Schwelle: ein Übergang zwischen alltäglichem Stadtraum und der symbolischen Erhöhung religiöser Architektur.

Ecken der Geschichte
Fotografie – aufgenommen 2017
Ein verwittertes Haus steht im Mittelpunkt, seine Fassade geprägt von Rissen, Abnutzung und dem patinierten Mauerwerk vergangener Jahrhunderte.
Doch diese historische Substanz wird von einer Vielzahl an Schildern überlagert: Werbung für Cafés, Museen, Boutiquen. Dieses Nebeneinander von Vergänglichkeit und Gegenwart erzeugt eine visuelle Spannung, die den Blick hin- und herpendeln lässt.
Das Gebäude wird so zum Sinnbild urbaner Schichtung – jede Spur, jedes Schild fügt sich in ein Geflecht aus Bedeutungen. Hier zeigt sich die Stadt nicht als harmonisches Ganzes, sondern als Palimpsest, in dem Vergangenheit und Gegenwart untrennbar ineinander verschränkt sind.

Das stille Haus
Fotografie – aufgenommen 2017
Ein schmales, hohes Gebäude mit geschlossenen Fensterläden und verblasstem Putz steht frontal im Bildzentrum. Die Einfachheit seiner Form wirkt fast monumental, doch zugleich strahlt das Haus eine stille Abwesenheit aus.
Davor ordnen sich leere Stühle und Tische in einem Café, das unbelebt bleibt und so den Eindruck von Verlassenheit verstärkt. Diese Komposition erzählt weniger von der Funktionalität des Ortes als vielmehr von der Atmosphäre einer Pause, eines eingefrorenen Moments.
Das Bild spielt mit der Ambivalenz von Präsenz und Leere – das Haus als stummer Zeuge, die Möbel als wartende Objekte.

Am Hafen
Fotografie – aufgenommen 2017
Der Blick entlang eines schmalen Betonstegs führt tief in den Bildraum hinein, wo sich Boote dicht an dicht reihen. Die Linien des Geländers, die Taue und die Spiegelungen im Wasser bilden ein dichtes Geflecht aus Strukturen und Wiederholungen.
Über allem liegt der dramatische Himmel, dessen Wolkenbewegung die Szene belebt und den Kontrast zur statischen Architektur am Ufer verstärkt. Hier verschränkt sich Funktion und Ästhetik: der Hafen als Ort des alltäglichen Verkehrs wird zugleich zur Komposition von Linien, Flächen und Spiegelungen.
Das Schwarz-Weiß hebt die grafischen Elemente hervor und entzieht dem Motiv die sommerliche Leichtigkeit, die man mit einem Hafen verbindet – stattdessen entsteht eine stille, fast zeitlose Atmosphäre.