
LANDSCHAFT
Licht, Perspektive und Komposition
Fotografie
In meinen Landschaftsaufnahmen geht es weniger um die reine Abbildung einer Szenerie, sondern um die Erkundung ihrer Strukturen, Atmosphären und Stimmungen. Die Bilder bewegen sich zwischen Dokumentation und Interpretation: Weite Horizonte, stille Wasserflächen oder dramatische Wolkenformationen erscheinen als visuelle Räume, in denen Natur und Wahrnehmung aufeinandertreffen.
Licht, Perspektive und Komposition verwandeln das Bekannte in etwas Neues – Felder werden zu geometrischen Flächen, Bäume zu rhythmischen Zeichen, Berge und Seen zu Symbolen von Dauer und Wandel. Landschaft wird so nicht nur zum Hintergrund, sondern zum eigenständigen Protagonisten: ein Ort, an dem sich Ruhe, Kraft und Vergänglichkeit zugleich zeigen.

Sunset in Budva
Fotografie – aufgenommen 2021
Das Bild zeigt eine Küstenlandschaft in den warmen Tönen des Sonnenuntergangs. Der Steg, der weit in das Meer hinausragt, wird zum zentralen Motiv der Komposition. Er gliedert die Horizontlinie und führt den Blick in die Tiefe des Bildraums. Die lange Belichtungszeit verwandelt die Bewegungen des Wassers in eine nebelhafte Fläche, die sich weich über den Strand und die Steine legt. Dadurch entsteht ein starker Kontrast zwischen den klaren, kantigen Strukturen der Felsen und des Stegs und der aufgelösten, fast immateriellen Erscheinung des Wassers.
Die Farbgebung wird von einem warmen Verlauf bestimmt, der von den Orange- und Rosatönen des Himmels über das sanft schimmernde Wasser getragen wird. Die ruhige, horizontale Ausrichtung und die Reduktion auf wenige prägnante Elemente verleihen der Aufnahme eine meditative, beinahe zeitlose Qualität. Das Bild changiert zwischen landschaftlicher Dokumentation und atmosphärischer Inszenierung und vermittelt den Moment des Übergangs zwischen Tag und Nacht als einen Augenblick von Stille und Dauer.

Sunsrise
Fotografie – aufgenommen 2017
Aufgenommen in Lokva Rogoznica, Kroatien, zeigt dieses Bild die Ruhe eines Sonnenaufgangs an der Adriaküste. Zwischen dunklen Felsen öffnet sich der Blick auf das Meer, das in sanften Pastelltönen von Violett bis Gold erstrahlt.
Die Spiegelung des Himmels auf der glatten Wasseroberfläche erzeugt eine fast malerische Stimmung, während die silhouettenhaften Berge in der Ferne die Komposition rahmen. Das Bild vermittelt ein Gefühl von Stille und Klarheit – ein Moment, in dem die Natur im ersten Licht des Tages erwacht.

Sevid Sunset I
Fotografie – aufgenommen 2018
Die Bucht von Sevid zeigt sich hier in den warmen Farben des Sonnenuntergangs. Das ruhige Wasser, durch die Langzeitbelichtung fast wie ein seidiger Schleier wirkend, spiegelt die letzten Lichtstrahlen des Tages wider.
Dunkle Felsen im Vordergrund rahmen die Szene ein und verleihen ihr Tiefe und Struktur. Im Hintergrund erheben sich sanft die Hügel mit den kleinen Häusern des Ortes, die in der Ferne beinahe verschmelzen. Das Zusammenspiel aus schroffen Steinen und weichem Licht macht diesen Moment zu einer stillen Begegnung mit der Zeitlosigkeit der Landschaft.

Sevid Sunset II
Fotografie – aufgenommen 2018
In dieser Aufnahme entfaltet sich die Bucht von Sevid in ihrer ganzen Weite. Die Felsen im Vordergrund ragen wie stille Skulpturen aus dem Wasser und führen den Blick hinaus zum offenen Meer. Der Himmel glüht in sanften Orange- und Rosatönen, die sich im Wasser fortsetzen und eine beinahe malerische Oberfläche entstehen lassen.
Durch die Balance zwischen den klaren Linien der Küste und den fließenden Formen des Wassers entsteht eine Atmosphäre von Harmonie und Gelassenheit. Die Aufnahme macht spürbar, wie sich der Tag in der Bucht langsam verabschiedet und die Nacht ihren sanften Einzug hält.

Sevid Sunset III
Fotografie – aufgenommen 2018
Die Bucht von Sevid zeigt sich hier aus einer anderen Perspektive: Über die Stufen, die hinunter zum Meer führen, öffnet sich der Blick in die Weite der Adria. Das Geländer der Treppe bildet eine klare geometrische Linie, die den Kontrast zur unendlichen Ruhe des Wassers verstärkt.
Die Oberfläche des Meeres wirkt wie eine glatte Leinwand, auf der sich die Farben des Sonnenuntergangs in Pastelltönen ausbreiten. Diese Verbindung von menschlicher Architektur und der unberührten Natur macht die Szene besonders eindrücklich. Sie erzählt von der Nähe zwischen Mensch und Meer – und von der einzigartigen Stille, die die Bucht von Sevid im Abendlicht erfüllt.

Dramatic View
Fotografie – aufgenommen 2017
Ein langer, verwitterter Holzsteg erstreckt sich schnurgerade in die Ferne, flankiert von groben, massiven Pfosten, die ihm eine rhythmische Struktur verleihen. Er führt den Blick unaufhaltsam bis zum Punkt, an dem Himmel und Wasser nahtlos ineinander übergehen. Das monochrome Schwarz-Weiß des Bildes verstärkt die dramatische Wirkung: Die Wasseroberfläche ist bewegt und leicht aufgewühlt, während über ihr eine Decke aus schweren, dunkelgrauen Wolken hängt. Das Licht bricht nur zaghaft durch die Wolkendecke und zeichnet feine Kontraste, wodurch eine tiefe, beinahe melancholische Stimmung entsteht – ein Moment, der zwischen Ruhe und aufziehender Spannung schwebt.

Root to the Sea
Fotografie – aufgenommen 2023
In dieser Aufnahme wird die Massivität des Treibholzes durch die horizontale Ausrichtung betont. Der Stamm zieht sich diagonal vom Vordergrund bis in die Tiefe des Bildes, wo er in den weichen Verlauf von Meer und Himmel übergeht. Die Langzeitbelichtung lässt das Wasser beinahe unsichtbar fließen, wodurch das Holz noch stärker als starrer, fester Gegenpol erscheint.
Die nüchterne Schwarz-Weiß-Ästhetik hebt die Oberflächenstruktur hervor: Ausgewaschene Kanten, Brüche und glatte Flächen erzählen von Kräften des Wassers und des Windes. Das Bild oszilliert zwischen Dokumentation eines Naturfunds und der ästhetischen Inszenierung einer abstrakten Form, die fast skulptural wirkt.

Root to the Sea two
Fotografie – aufgenommen 2023
Dieses Bild zeigt ein gewaltiges Stück Treibholz, das wie eine Skulptur am Strand liegt. Die Schwarz-Weiß-Darstellung betont die kontrastreichen Strukturen und Maserungen des Holzes, das sich in spitzen Fragmenten und verwitterten Rundungen in den Raum ausbreitet.
Die Komposition richtet den Blick auf das detailreiche Geflecht von Ästen und Wurzeln im Vordergrund, während das Meer und der Himmel in glatten, reduzierten Flächen zurücktreten. Diese Gegenüberstellung von rauer Textur und stiller Leere verleiht der Aufnahme eine spannungsvolle Balance zwischen Bewegung und Ruhe. Das Treibholz erscheint nicht nur als Naturfragment, sondern auch als Monument des Vergehens und der Zeit.